Vielleicht kennt
der ein oder andere von euch das Lied „Morgen“ von Johannes Oerding. Es geht
darum, dass er immer wieder wichtige Dinge auf „morgen“ verschiebt. „Morgen, oder der Tag danach, oder der Tag
danach, oder der Tag danach“
Doch irgendwann, da ist es zu spät.
Da kann man es nicht mehr „morgen“ machen.
Weil wir sterben, umziehen, uns in jemand anderen verlieben.
„Morgen, ja morgen werde ich sie anrufen und ihr sagen, wie sehr ich sie liebe! Das mir alles leid tut, und dass ich sie liebe. Morgen werde ich das machen! Dann weiß sie es.
Am nächsten Morgen: Naja, also ich könnte sie morgen anrufen! Morgen, da passt es viel besser als heute, weil, morgen, da hab ich mehr Zeit, und sie sicherlich auch.
Und so verschiebe und verschiebe und verschiebe ich dieses Telefonat. Bis ich sie dann endlich anrufe:
Ich:„Hey, ich bin´s. Wie geht’s?“-
Sie:„Ja, super, danke.“-
Ich:„Das klingt wirklich sehr gut. Warum bist du den so glücklich?“-
Sie:„Frisch verliebt. Sie ist toll, mega toll. Unbeschreiblich. Du musst sie kennenlernen.“
Ich: „ Schön! Das freut mich! Oh, mein Akku ist alle. Ich ruf dich die Tage mal an. Tschau!“
Da kann man es nicht mehr „morgen“ machen.
Weil wir sterben, umziehen, uns in jemand anderen verlieben.
„Morgen, ja morgen werde ich sie anrufen und ihr sagen, wie sehr ich sie liebe! Das mir alles leid tut, und dass ich sie liebe. Morgen werde ich das machen! Dann weiß sie es.
Am nächsten Morgen: Naja, also ich könnte sie morgen anrufen! Morgen, da passt es viel besser als heute, weil, morgen, da hab ich mehr Zeit, und sie sicherlich auch.
Und so verschiebe und verschiebe und verschiebe ich dieses Telefonat. Bis ich sie dann endlich anrufe:
Ich:„Hey, ich bin´s. Wie geht’s?“-
Sie:„Ja, super, danke.“-
Ich:„Das klingt wirklich sehr gut. Warum bist du den so glücklich?“-
Sie:„Frisch verliebt. Sie ist toll, mega toll. Unbeschreiblich. Du musst sie kennenlernen.“
Ich: „ Schön! Das freut mich! Oh, mein Akku ist alle. Ich ruf dich die Tage mal an. Tschau!“
Oder der Tag danach…
Und dann ist es zu spät!
Für immer zu spät!
Jetzt kann ich nichts mehr machen und nur, weil ich mich nicht getraut habe.
So etwas passiert, werden manche sagen.
Aber es tut unfassbar weh.
Manchmal sterben
auch gute Freunde, ganz unerwartet. Wegen einer plötzlichen Krankheit,
einem Unfall.
Auch Kea hat in ihrem Blog
Auch Kea hat in ihrem Blog
http://kleinsonnenblume.blogspot.de/2013/09/rip-henning.html
darüber geschrieben.
darüber geschrieben.
So ein riesen
Verlust ist furchtbar, es zeigt, wie schnell etwas vorbei sein kann. Und wie
wenig wir machen können.
Vorhin hast du dich noch mit deiner Mutter gestritten, jetzt ist sie zum Einkaufen gefahren.
Kurz darauf erreicht dich ein Anruf: „Guten Tag, sind Sie die Tochter von Frau ****? Sie hatte einen Verkehrsunfall und wurde ins städtische Krankenhaus gebracht. Wenn Sie es einrichten können, kommen Sie bitte dorthin.“
Natürlich bist du in nullkommanix im Krankenhaus. Siehst deine Mama, wie sie dort liegt, an tausenden Schläuchen. Hoffst, weinst, vielleicht betest du auch. Machst dir Vorwürfe: „Hätte ich.. Hätte, hätte, hätte…“ Du sitz an ihrem Bett, sprichst mir ihr, weinst.
Und als du kurz, ein, zwei Minuten auf Toilette bist und dann wieder zu ihr gehen willst, sind plötzlich Ärzte und Schwestern da. „Lassen Sie mich zu ihr..“ willst du schreien, doch du kannst nichts sagen, hörst nur noch diesen einen durchgehenden hohen Ton. Dir wird schlecht, heiß, kalt, gleichzeitig. Du hörst nur noch dumpf die Geräusche um dich herum. Du verlierst den Boden unter den Füßen…
Vorhin hast du dich noch mit deiner Mutter gestritten, jetzt ist sie zum Einkaufen gefahren.
Kurz darauf erreicht dich ein Anruf: „Guten Tag, sind Sie die Tochter von Frau ****? Sie hatte einen Verkehrsunfall und wurde ins städtische Krankenhaus gebracht. Wenn Sie es einrichten können, kommen Sie bitte dorthin.“
Natürlich bist du in nullkommanix im Krankenhaus. Siehst deine Mama, wie sie dort liegt, an tausenden Schläuchen. Hoffst, weinst, vielleicht betest du auch. Machst dir Vorwürfe: „Hätte ich.. Hätte, hätte, hätte…“ Du sitz an ihrem Bett, sprichst mir ihr, weinst.
Und als du kurz, ein, zwei Minuten auf Toilette bist und dann wieder zu ihr gehen willst, sind plötzlich Ärzte und Schwestern da. „Lassen Sie mich zu ihr..“ willst du schreien, doch du kannst nichts sagen, hörst nur noch diesen einen durchgehenden hohen Ton. Dir wird schlecht, heiß, kalt, gleichzeitig. Du hörst nur noch dumpf die Geräusche um dich herum. Du verlierst den Boden unter den Füßen…
Als du wieder aufwachst, sitz eine
Schwester neben dir, schaut dich fragend an. „Geht es Ihnen wieder gut?“, fragt
sie. „Wo ist meine Mutter?“, ist das erste und einzige was dir durch den Kopf
geht. „Setzen Sie sich erst einmal. Und jetzt trinken Sie etwas“, fordert sie dich
auf und drückt dir ein Glas Wasser in die Hand. Kurz darauf kommt ein Arzt zu
dir, der Arzt, der sich auch um deine Mutter gekümmert hat. „Wie geht es meiner
Mutter? Wo ist sie?“, fragst du ihn. Doch als du in sein Gesicht schaust, weißt
du die Wahrheit und willst sie gleichzeitig nicht hören. „Nein!“, schreist du. „Sie haben nicht genug
gemacht! Wie konnten sie nur! Warum?!“ „Ihre Mutter war zu schwach. Es war das
Beste für sie“, möchte er dich beruhigen, doch dir laufen nur heiße Tränen über
die Wangen. Du sackst an der Wand zusammen, schlingst die Arme um die Knie und weinst.
Weinst, weil du nicht da warst, in diesem Moment.
Weinst, weil du nun alleine bist.
Weinst, weil du wütend bist.
Weinst, weil du dir Vorwürfe machst.
Weinst, weil du nicht da warst, in diesem Moment.
Weinst, weil du nun alleine bist.
Weinst, weil du wütend bist.
Weinst, weil du dir Vorwürfe machst.
Die Welt hat
aufgehört, sich zu drehen. Du bist da, in diesem Krankenhaus, ganz alleine.
Deine Mutter.. ja, tot.
Sie wird dich nie wieder anlächeln, dich in den Arm nehmen, dir zu hören.
Und du weinst, und weinst, und weinst, und weinst, und weinst, und weinst.
Bis du irgendwann aufstehst.
Bis du auf der Toilette in dem Spiegel schaust. In ein Gesicht mit feuchten Augen, wirrem Haar, ein Gesicht mit roten Flecken überdeckt, tiefen Augenringen.
Du wäscht dein Gesicht mit kaltem Wasser, wieder läuft dir eine Träne aus dem Auge.
Irgendwann, du hast schon längst dein Zeitgefühl verloren, gehst du.
Der Arzt kommt dir entgegen: „Sind Sie immer noch hier?“, fragt er erstaunt.
„Ich gehe“, sagst du, müde, leise.
Du merkst wie der Arzt dir hinterher schaut, aber wohl selber nicht weiß, was er sagen soll. Draußen schlägt dir die kalte Luft entgegen. Es tut gut, aber gleich laufen dir wieder die Tränen über dein Gesicht. Zuhause angekommen schleppst du dich nur noch in dein Bett.
Bleibst dort, scheinbar tagelang. Doch als du auf die Uhr schaust, sind erst wenige Stunden vergangen.
Doch irgendwann, da reicht es. Da stehst du auf, duscht dich. Ziehst dich an. Isst etwas. Trinkst etwas. Telefonierst.
Triffst dich mit deinen Geschwistern, um die Beerdigung zu planen. Ihr tröstet euch gegenseitig. Als alles für den Abschied deiner Mutter steht, gehst du hinaus.
Sie wird dich nie wieder anlächeln, dich in den Arm nehmen, dir zu hören.
Und du weinst, und weinst, und weinst, und weinst, und weinst, und weinst.
Bis du irgendwann aufstehst.
Bis du auf der Toilette in dem Spiegel schaust. In ein Gesicht mit feuchten Augen, wirrem Haar, ein Gesicht mit roten Flecken überdeckt, tiefen Augenringen.
Du wäscht dein Gesicht mit kaltem Wasser, wieder läuft dir eine Träne aus dem Auge.
Irgendwann, du hast schon längst dein Zeitgefühl verloren, gehst du.
Der Arzt kommt dir entgegen: „Sind Sie immer noch hier?“, fragt er erstaunt.
„Ich gehe“, sagst du, müde, leise.
Du merkst wie der Arzt dir hinterher schaut, aber wohl selber nicht weiß, was er sagen soll. Draußen schlägt dir die kalte Luft entgegen. Es tut gut, aber gleich laufen dir wieder die Tränen über dein Gesicht. Zuhause angekommen schleppst du dich nur noch in dein Bett.
Bleibst dort, scheinbar tagelang. Doch als du auf die Uhr schaust, sind erst wenige Stunden vergangen.
Doch irgendwann, da reicht es. Da stehst du auf, duscht dich. Ziehst dich an. Isst etwas. Trinkst etwas. Telefonierst.
Triffst dich mit deinen Geschwistern, um die Beerdigung zu planen. Ihr tröstet euch gegenseitig. Als alles für den Abschied deiner Mutter steht, gehst du hinaus.
Und siehst die Welt mit anderen Augen.